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Connected Logistics und Smart Factory

01.12.2021 14:13 PM

Der Begriff „Smart Factory“ lässt einen zuerst an die Fertigung bzw. Themen wie Automatisierung oder Industrie 4.0 denken. Aber auch für den Bereich Logistics ist eine Smart Factory mit einem digitalisierten Lager von zentraler Bedeutung.

 

Die Vision einer Smart Factory

Unter einer Smart Factory wird im Allgemeinen eine digitalisierte Fabrik verstanden, in der miteinander vernetzte Maschinen und Anlagen automatisiert und in Echtzeit Daten austauschen. Und in der alle Informationen, die im Fertigungskontext wichtig sind, „any-time“ und zentral abrufbar sind.

Durch einen hohen Automatisierungsgrad in den Abläufen, müssen Mitarbeiter weniger monotone und repetitive Tätigkeiten ausführen. So entstehen Freiräume, sich auf Aufgaben fokussieren, die das Unternehmen wirklich voranbringen – Stichwort „ausnahmebasiertes Handeln“.

Aufbauend auf digitalisierte Abläufe und die erfassten Daten, lassen sich Stillstände minimieren, Zusammenhänge (besser) verstehen und Prozesse optimieren – dabei sollte man die Betrachtung allerdings nicht rein auf die Fertigung beschränken, insbesondere zwischen eine Smart Factory und dem Logistics-Bereich besteht eine enge Verbindung.

 

Übergreifende Prozesse in der Smart Factory: Logistics, Disposition, Planung u. a.:

Starten wir bspw. mit einem Fertigungsauftrag: in diesem steht, welche Materialien für die Produktion des Endproduktes gebraucht werden. In einem optimierten Prozess werden diese Materialien auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs automatisiert nachbestellt, werden an die Rampe geliefert und als Wareneingang gebucht. Ein solcher Prozess geht also auch über die Bereiche Disposition, Planung und Logistics.

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Und weiter: Um im Kontext einer Smart Factory eine reibungslose, effiziente Produktionsversorgung sicherzustellen, muss jederzeit transparent sein, wo sich ein Vorprodukt befindet. Denn sonst kann es passieren, dass Material aus dem Regal entnommen und auch schon ausgebucht wurde, aber dann erst einmal in der Halle herumsteht. Für den übergreifenden Prozess ist das dann eine Blackbox. Und wenn das Material dann in den Shopfloor kommt und in der Fertigung verbaut wird, kann angenommen werden (aber sicher kann man nicht sein), dass es sich genau um die für diesen Zweck entnommenen Teile handelt. Daraufhin wird eine Zubuchung unternommen – 100 % transparent und rückverfolgbar ist das jedoch nicht. Eine Smart Factory muss also mit Bereichen wie Logistics verzahnt sein, um ihren Zweck voll zu erfüllen. Nur so lassen sich KPIs wie Durchlaufzeiten etc. wirklich bestimmen.

Digitalisierung manueller Tätigkeiten

In einer smarten Fabrik gilt es, manuelle Tätigkeiten, so weit wie möglich, zu digitalisieren – sonst lassen sich durchgehende End-to-End Prozesse nicht realisieren. Auch hier zeigt sich die Verzahnung zwischen Smart Factory und Logistics. Analog zum Arbeiten mit Scannern im Lager, gilt es auch im Shopfloor Entnahmen und Arbeitsfortschritte möglichst in Echtzeit zu dokumentieren und diese Informationen übergeordneten Systemen zur Verfügung zu stellen.
Da in Bereichen wie der Montage Handscanner, aber ggf. auch neuere Technologien wie Scanner-Handschuhe oder Datenbrillen, wegen intensiver händischer Tätigkeit oder Verschmutzungen unter Umständen nicht die optimale Lösung sind, muss auch über alternative Ansätze nachgedacht werden. Einer ist sicherlich die Verwendung von „Dash-Buttons“: Durch Drücken solcher, an der Fertigungsline installierter Buttons können unkompliziert und schnell Ware nachgefordert werden oder Arbeitsfortschritte rückgemeldet werden – und so Lücken in Buchungskreisläufen geschlossen werden.

Eine Smart Factory im Kontext von ERP- und Lagerverwaltungssystemen

Eine smarte Fabrik kann nur dann die in sie gesetzte Erwartungen erfüllen, wenn sie in übergeordnete und angrenzende Systeme integriert ist. In vielen mittelständischen Unternehmen ist das SAP ERP das übergeordnete Leitsystem. Dort ist eine wirkliche Verzahnung mit dem Shopfloor aber oftmals nicht gegeben. SAP ME als produktionssteuerndes Modul der SAP für viele Mittelständler zu komplex und mit Blick auf die Implementierung zu aufwendig. Ist ein MES-System im Einsatz, besteht häufig das Problem, dass es für den tatsächlichen Einsatzzweck überdimensioniert ist und deshalb nicht vollumfänglich genutzt wird. Andererseits integrieren viele MES-Hersteller ihre Systeme zunehmend auch in angrenzende Bereiche (Logistik, Personalplanung etc.), so dass bei einer umfänglichen Nutzung viele Aufgaben ins MES gezogen werden, die eigentlich im ERP liegen. Damit besteht die Gefahr, dass ein „Schatten-ERP“ mit unklaren Zuständigkeiten und Inkonsistenzen geschaffen wird.

In beiden Fällen besteht zudem oft ein Synchronisierungsproblem: Wenn Daten zwischen ERP und MES ein- oder zweimal am Tag synchronisiert werden, besteht im ERP keine Echtzeittransparenz über die Vorgänge im Shopfloor und die mit einer Smart Factory assoziierten intelligenten End-to-End Prozesse bleiben ein unerreichbares Ziel.

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Im SAP Kontext stellt sich die Connected Logistics Situation wie folgt dar: Hat ein Unternehmen SAP EWM als Lagerverwaltungssystem im Einsatz, kann es – insbesondere in der embedded-Variante – im großen Stil von den neueren Releases profitieren, die bspw. zahlreiche Funktionalitäten im Kontext der Produktionsversorgung mit sich gebracht haben. Auch vor diesem Hintergrund ist die Sinnhaftigkeit eines sich in den Logistics-Bereich integrierenden MES-Systems zu hinterfragen.

Für Mittelständler mit einem SAP ERP sollte eine smarte Fabrik deshalb in jedem Fall SAP-nahe sein und perfekt mit den dort ablaufenden Prozessen – etwa in der Feinplanung oder der Lagerverwaltung – interagieren, verbleibende Silos integrieren und sich flexibel an die tatsächlichen Bedürfnisse des Unternehmens anpassen lassen. Das waren exakt die (Kunden-)Anforderungen, die die Entwicklung der All for One Smart Factory auf den Weg gebracht haben.


Fazit:

Um eine smarte Fabrik zu realisieren, in der automatisierte und intelligente Prozesse End-to-End durch alle relevanten Bereiche (Logistics, Disposition, Personalplanung etc.) wirkliche Mehrwerte und Optimierungen mit sich bringen, bedarf es einer Lösung die eng mit dem (SAP) ERP verzahnt ist, in welchem all diese Prozesse liegen bzw. zusammenlaufen. Gerade in einer mittelständischen Umgebung ist es vor diesem Hintergrund oft nicht zielführend, ein mächtiges, komplexes MES-System zu nutzen.  sondern es macht mehr Sinn, sich mit smarten, flexiblen Alternativen zu beschäftigen.

 

 

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